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Kindern lernen von Kindern

Autoren:Scholz, Gerold
ISBN:3-87116-855-6
Bibliographie:VI, 173 Seiten. Kt.
Reihe:Grundlagen der Schulpädagogik
Bandnr.:19
Preis:15.00
Gruppe:Pädagogik

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Beschreibung

Es geht um einen Perspektivwechsel. Dieser besteht darin zu sehen, dass Kinder eine eigene Art der Wahrnehmung haben, dass sie auf eine Lebensgeschichte zurückblicken können, dass sie über Theorien verfügen, sich selbst und ihre Umwelt zu verstehen. Kinder leben in einer Kultur, deren Traditionen sie sich gegenseitig vermitteln. Kinder sind nicht Objekte, sondern Subjekte ihres Lernens.
Während die Beziehungen der Kinder zu Erwachsenen immer einseitig und unsymmetrisch sind, sind die Beziehungen der Kinder untereinander tendenziell Beziehungen unter Gleichen. Die Entwicklung moralischer Kategorien, die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zur Empathie, d.h., das Bewußtsein eines generalisierten anderen entwickelt sich nicht in der Interaktion mit Erwachsenen, sondern nur unter Kindern.
Ebenso bedeutsam ist die Entwicklung von Freundschaft. Jemanden zum Freund zu bekommen ist Ergebnis eines langen und schwierigen Entwicklungsprozesses. Und als Freund eines Kindes eignet sich nur jemand, der selbst nicht erwachsen ist. Ein Lernen von Kindern durch Kinder ist die Voraussetzung dafür, dass durch Aushandlungen, durch Streben nach Anerkennung und Freundschaft ein realistisches Bild der Welt erworben werden kann und die Chance, sich darin seinen eigenen Weg zu suchen.
Kinder lernten und lernen immer voneinander. Diese Lernprozesse in der Schule zu ermöglichen und zu unterstützen wird heute in vielen Schulen als pädagogisches Ziel gesehen. Freie Alternativschulen verfügen hier über langjährige Erfahrungen, die helfen können, die Eigenwelt der Kinder in der eigenen Klasse besser zu verstehen und die Unterschiede der Kinder in ihren Interessen und in ihrer Entwicklung für die Gestaltung von Lernprozessen zu nutzen.

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